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Nach nur neun Monaten hat Vontobel die organisatorische Integration des verbliebenen Vescore-Geschäfts abgeschlossen, das bereits in 2018 zum Gewinn beitragen wird. ...

Der digitale Vermögensverwalter LIQID ist die Nr. 1 unter den deutschen Late-Stage-FinTechs.....

Vontobel Asset Management ernennt Gregor Hirt zum neuen Leiter Multi Asset Solutions. Er wird am 1. Juli in das Unternehmen eintreten und als stimmberechtigtes Mitglied das Investment Committee verstärken...

Vontobel, der 2016 als erster Anbieter für Schweizer und deutsche Investoren Tracker-Zertifikate auf Bitcoin lanciert und damit zum «bankable asset» gemacht hat, erhöht aufgrund grosser Nachfrage das Anlagevolumen von ursprünglich CHF 1.7 Millionen nun auf CHF 18 Millionen.....

Ab 6. April 2017 können Anlageberater bei Banken und Sparkassen, Vermögensverwalter sowie interessierte Privatanleger in Deutschland Zertifikate auch über die Anlegerportale «boerse-frankfurt.de» und «ariva.de» unverbindlich online kreieren und wenige Minuten später an der Frankfurter Börse kaufen......

Insgesamt 28 Auszeichnungen konnte die unabhängige Fondsverwaltungsgesellschaft Comgest bei den diesjährigen Thomson Reuters Lipper Fund Awards gewinnen und somit ihren Rekord von 26 Preisen aus dem Vorjahr übertreffen......

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State Street Corporation gab heute die jüngsten Ergebnisse ihres Brexometer-Indexes bekannt, einer vierteljährlichen Analyse der Stimmung institutioneller Investoren hinsichtlich der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die Europäische Union zu verlassen.....

"Nach aktueller Ansicht ist der Trump-Trade vorbei. Die Aktienkurse sind in dieser Woche um 2 Prozent gefallen und der Dollar ist nach den Kursgewinnen auf seinen Stand vor der Wahl gesunken.....

Die Meinungen darüber, wie sich der Rohölpreis in den kommenden Monaten entwickeln wird, können nicht unterschiedlicher sein, wird doch die Kursentwicklung des schwarzen Goldes aktuell von teils starken Kursschwankungen bestimmt....

Einen Sieg bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatte die SPD fest eingeplant....

„Bericht aus Brüssel“: Der Wahlausgang in Frankreich wird in Europas Hauptstadt erleichtert aufgenommen und als ein gutes Zeichen für die europäischen Finanzmärkte gewertet....

Zeit, Europa wiederzuentdecken – Analyse von Britta Weidenbach, Head of European Equities bei der Deutschen Asset Management, zum Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich....... 

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Das französische Volk hat gesprochen und Emmanuel Macron als neuen Präsidenten in den ÉlyséePalast gewählt.....

Konjunkturdatenarithmetik : Donald Trump stand in der vergangenen Woche abermals im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Sein erstes mit Spannung erwartetes Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi, das sich letztlich nicht über den Status eines ersten Kennenlernentreffens hinausentwickelte, lieferte keine Erkenntnisse darüber, wie sich der Handel zwischen den beiden Großmächten zukünftig verändern könnte......  


Von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa


Keine Worte über Strafzölle, aber auch keine konkreten Andeutungen dahingehend, dass Trump von seiner China-kritischen Sicht abgewichen ist. Man wolle sich jedoch in den nächsten 100 Tagen erneut zu Handelsgesprächen treffen. Der bange Blick Richtung Washington in vielen Schwellenländern, die wiederum von einem starken China abhängen, dürfte sich somit nicht allzu bald verflüchtigen.

Überschattet wurde das Treffen zudem von dem Militärschlag der US-Amerikaner in Syrien, der Anleger spürbar verunsicherte und sie in sichere Häfen wie US-Staatsanleihen oder Gold trieb. Auch der Ölpreis kletterte. Syrien spielt zwar bei der Ölproduktion nur eine untergeordnete Rolle. Syriens Verbündete Russland und Iran sind jedoch Produktionsschwergewichte. Sollten sich die Fronten zwischen den Ländern weiter verhärten, könnte dies dem Ölpreis genauso weiteren Auftrieb verleihen wie dem Goldpreis.

Nach der Zinsanhebung im März und etwas früher als eigentlich erwartet, rückte auch die USNotenbank in der letzten Woche abermals in den Fokus. Nicht etwa, weil ein schwächer als erwarteter Stellenzuwachs am US-Arbeitsmarkt im März etwas an dem eingeschlagenen Zinsänderungspfad der US-Notenbank ändern dürfte, sondern weil das Protokoll der letzten Fed-Sitzung mit einem interessanten Detail aufwartete. Mehreren Notenbankoffiziellen in den USA scheinen nämlich offenbar Zinsanhebungen allein in punkto geldpolitischer Straffung nicht mehr auszureichen. Der mögliche Plan: Gegen Ende des Jahres könnte damit begonnen werden, die im Rahmen der QE-Programme angewachsene Fed-Bilanz zu schrumpfen. Sollten die in Notenbankbesitz befindlichen und fällig werdenden Anleihen nicht „gerollt“ werden – also die sich ergebenden Mittelrückflüsse nicht reinvestiert werden – würde die Bilanz von aktuell 4,5 Billionen US-Dollar langsam zu schrumpfen beginnen, was letztlich einer Zinsanhebung gleich käme. US-Renditen, insbesondere im Bereich des „Kurvenbauchs“ sowie am langen Ende der Kurve, dürften in der Folge noch etwas schneller ansteigen.

Viele US-Notenbanker vertrauen dem Protokoll zufolge offenbar darauf, dass die harten Wirtschaftsdaten aus den USA (aber nicht nur aus den USA) den sehr starken „weichen“ Frühindikatoren (wie zum Beispiel den Einkaufsmanagerindizes) nachfolgen. Die Lücke, die sich zwischen diesen beiden Datenfamilien in den USA aufgetan hat, ist so groß wie fast 30 Jahre nicht mehr. Dies birgt Risiken – genauso wie Chancen. Insgesamt bestehen aus unserer Sicht jedoch nicht nur in den USA berechtigte Hoffnungen, dass die harten Wirtschaftsdaten den weichen Frühindikatoren trotz der mittlerweile beträchtlichen Diskrepanz nachfolgen werden. Bereits in der kommenden Woche könnte die Veröffentlichung der Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone zu einer Schließung der europäischen Lücke beitragen.

Was bedeutet das für Anleger?

Dass die Zinsen mittelfristig steigen dürften, ist angesichts des sich aufhellenden wirtschaftlichen Umfeldes weitestgehend Konsens. Die vergangene Woche hat jedoch abermals gezeigt, dass dieser Anstieg äußerst langsam und mitnichten schnurgerade verlaufen dürfte. Technische Faktoren, wie zum Beispiel der große Anlagenotstand vieler Investoren, hat zur Folge, dass Zinsanstiege oft als Zukauf- oder Einstiegszeitpunkt an den Rentenmärkten genutzt werden und der Zinsanstieg somit immer wieder gebremst wird.

In Europa wird die Lage am Rentenmarkt insofern immer heikler, als dass das Zinsniveau aus unserer Sicht schon lange nicht mehr die verbesserte wirtschaftliche Lage widerspiegelt. Das gilt insbesondere für Deutschland. Sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen muten angesichts des absehbaren Endes des EZB-Ankaufprogramms in 2018 immer teurer an. Wir empfehlen daher, den Blick, wenn auf Europa, dann auf nachrangige Unternehmensanleihen (vor allem im Bankensektor) und ansonsten eher auf die Unternehmensanleihemärkte in den USA zu richten, wo das Zinsniveau höher ist und entsprechend besser gegen Zinsanstiege absichert. Ganz generell empfehlen wir bei europäischen Anleihen nun eine Untergewichtung.

An den Aktienmärkten geht in der Osterwoche das Warten auf die französische Präsidentschaftswahl langsam in die heiße Phase. Zwei Dinge machen Anleger in Bezug auf die Wahl nervös und lassen die Volatilität steigen. Erstens der hohe Anteil der unentschiedenen Wähler und zweitens die Unsicherheit, derer, die in den Umfragen angeben, für Macron stimmen zu wollen. Offenbar ist jeder zweite potenzielle Macron-Wahler noch nicht sicher, ob er in der kommenden Woche wirklich für den Newcomer der französischen Politik stimmen wird. Le-Pen-Wähler sind sich ihrer Sache offenbar deutlich sicherer. Eine Wahlniederlage Le Pens im zweiten Wahlgang bleibt dennoch ganz klar unser Kernszenario.

Einige Anleger, insbesondere jene, die die Rallye an den Aktienmärkten seit der US-Wahl verpasst haben, warten derweil auf einen Rücksetzer, um dann in die Märkte einzusteigen. Diese Strategie halten wir aus verschiedenen Gründen nur bedingt für ratsam. Zum einen ist ein Rücksetzer – auch, wenn man ihn als noch so „gesund“ einstufen könnte – keineswegs sicher. Ein deutlicher Sieg Macrons würde beispielsweise möglicherweise weiteres Kurspotenzial freisetzen. Zum anderen gibt jeder, der nicht investiert ist, die Chance für Kursgewinne bis zu einem möglichen Rücksetzer auf. Außerdem dürfte ein etwaiger Rücksetzer an den Aktienmärkten nicht allzu groß ausfallen, gerade weil so viele Investoren auf einen Markteinstieg lauern. Schnell könnte der Rücksetzer korrigiert werden. Die Devise lautet also: Zögern lohnt sich nicht!

 

Quelle: AdvisorWorld.de

Der britische Aktienmarkt konnte seit dem Brexit-Votum am 24. Juni letzten Jahres um 20% zulegen......  


Carmignac’s Note - April  2017

Von Didier Saint-Georges Mitglied des Investmentkomitees Managing Director


Parallel stieg der amerikanische Aktienindex S&P 500 seit der Wahl Donald Trumps um 9% . Sollte man sich also allein aus Gründen des finanziellen Interesses der Sparer über Wahlsiege der Populisten freuen? Ungeachtet der gesellschaftlichen oder moralischen Einwände, die man angesichts ihrer politischen Programme erheben könnte? Unserer Ansicht nach: Nein!.

Die bislang beneidenswerte Entwicklung der britischen und amerikanischen Börsenplätze geht mitnichten auf wirtschaftspolitische Entscheidungen zurück. Sie sind eher dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich der globale Konjunkturzyklus in einer Erholungsphase befindet. Der Aktienindex der Schwellenländer stieg in den letzten zwölf Monaten um 16%, der Euro Stoxx Index um 18% und der Nikkei Index um 17%). Außerdem wird deutlich, dass durch Wahlkampfversprechen kurzfristig geweckte Hoffnungen gegenüber mittelfristigen Politikanalysen überwiegen.

Wie im vergangenen Jahrhundert zuerst in Europa und dann in Lateinamerika bedient sich der Populismus eines direkten Appels an „das Volk“. Ein charismatischer Anführer und seine Unterstützer konstruieren ein exklusives „Wir“, das sich gegen alle anderen („Die“) stellt. Die Gegner sind abwechselnd die Medien, die Institutionen, die Einwanderer, China, Brüssel, Richter, die Banken, die Reichen, oder die Ausländer. Wütende Tweets an die eigenen Anhänger sind dementsprechend zum Kommunikationsmittel der Wahl und Referenden zum bevorzugten demokratischen Instrument des Populisten geworden. Das vereinigende Thema des „Wir gegen sie“ gibt dem Populismus Kampfkraft. Es veranschaulicht die „Minderheitenregel“, wonach eine Minderheit aufgrund ihrer Entschlossenheit trotzdem in der Lage ist, aus historischer Sicht dominierende, aber nicht mehr kämpfende Mehrheiten sehr stark in Unruhe zu versetzen.

Die traditionellen Politiker sind heutzutage vor allem deshalb in Bedrängnis, weil sie keine wirksame Antwort auf die grassierende Unzufriedenheit finden, die mit einem starken Gefühl der Ungerechtigkeit einhergeht. Populismus nährt sich folglich aus einer wirtschaftlichen Realität, und es wäre selbstmörderisch, diese zu ignorieren. Er liefert dafür jedoch die falschen Lösungen: Er proklamiert wirtschaftlichen Nationalismus als wirksames Mittel in einer interdependenten Welt, stellt Sicherheit vor Freiheit und Konservatismus vor Innovation. Außerdem verabschiedet er sich sich von Grundpfeilern langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs wie Zusammenarbeit, Vielfalt und der Ablehnung von Nepotismus.

Wie schon 2016 stehen in Europa auch in diesem Jahr entscheidende Wahlen an. Ihr Ausgang wird Folgen für Sparer haben.

„Brexit means Brexit“

Der politische Willen des britischen Volkes wurde nicht missachtet, wenn man sich vergegenwärtigt, wie es zum Brexit kam: Der Volksentscheid stützte sich auf politische Argumente, deren wirtschaftliche Kosten für Großbritannien beträchtlich sein werden. Obwohl zu hoffen ist, dass das Kräfteverhältnis sich nicht überaus deutlich zugunsten der Verhandlungsführer der EU verschiebt, sodass den Briten eine überteuerte Rechnung für den Ausstieg präsentiert wird, werden die am 28. März begonnenen Austrittsverhandlungen für das Vereinigte Königreich sehr schwierig. Zu der Rechnung über rund 60 Milliarden Euro, die die EU-Kommission der britischen Regierung schon vor Beginn der Verhandlungen vorlegte, kommt hinzu, dass der Zugang des Landes zu seinem wichtigsten Handelspartner unausweichlich immer schwieriger wird. Dies ist ein Opfer, das erbracht werden musste. Schließlich gilt es, das politischen Versprechen einzulösen, man werde die politische Souveränität wiederherstellen („Take Back Control“),.

Übersehen wird allerdings, dass jede Handelsvereinbarung auf gegenseitigen Zugeständnissen beruht. Großbritannien verliert seinen privilegierten Zugang zum europäischen Binnenmarkt zugunsten einer Vielzahl ebenso einengender Verträge, die erst noch einzeln ausgehandelt werden müssen. In dem Wertverlust des Britischen Pfunds von 16% seit Juni 2016 zeigt sich der drohende Kapitalverlust, den der Brexit auf längere Sicht für Großbritannien darstellt. Der Gewinn, den britische Sparer in den letzten neun Monaten auf dem Aktienmarkt erzielt haben, hat sich aufgrund der Abwertung der Landeswährung bereits zu 80% verflüchtigt. Dieser Wertverlust bedeutet zudem, dass Großbritannien mit einem Anstieg der Lebenshaltungskosten konfrontiert ist: Die Inflationsrate stieg bereits von 0,5% im Juni 2016 auf 2,3% im Februar 2017. Außerdem droht die Abwanderung von Arbeitsplätzen an Länder, gegen die man sich mit Handelsbeschränkungen abgeschottet hat.

Donald Trump: Tweet und Schluss?

Der Anstieg des Verbraucher- und Kleinunternehmervertrauens in den USA nach Donald Trumps Wahlsieg ist spektakulär. Trumps Versprechen wie Steuersenkungen, Deregulierung, Tarifschutz und staatliche Investitionen haben eine immense psychologische Wirkung und könnten sich zum Teil selbst erfüllen. Die erhebliche Outperformance des US-Finanzsektors seit sechs Monaten mit +24% gegenüber +9% für den S&P500 Index spricht für diese Vorhersage. Sicher ist dies aber noch lange nicht. Bisher macht sich nur im Industriesektor eine echte Konjunkturerholung bemerkbar, die vor allem der zyklischen Konjunkturerholung zu verdanken ist. Bisher ist kein effektiver Anstieg des Konsums zu spüren, denn die sehr hohe Verschuldung der Privathaushalte und des Privatsektors allgemein begrenzen das Anstiegspotenzial. Im Übrigen senden die Märkte allmählich ein neues Signal. Es mehren sich die Anzeichen, dass populistische Wahlkampfversprechen an ihre Grenzen stoßen. Der US-Dollar verliert seit Anfang des Jahres an Wert, und der Technologiesektor ist wieder Performance-Spitzenreiter im S&P500 Index.

Außerdem legten die Aktienmärkte der Schwellenländer seit Jahresanfang 12% zu. Dies zeigt wie skeptisch sie gegenüber den Machtverhältnissen sind, die Donald Trump aufbauen möchte. Dass es diesem trotz der republikanischen Mehrheit im Kongress vor kurzem nicht gelang, die von seinem Vorgänger eingeführte Gesundheitsreform (Obamacare) rückgängig zu machen, erinnert an eine simple Wahrheit: Es wird sehr schwer, Mehrheiten für Kompromisse zu erhalten, wenn man bewusst auf eine starke Polarisierung des politischen Umfelds hingearbeitet hat. Populistische Versprechen können zur Macht verhelfen, kollidieren in einer repräsentativen Demokratie aber mit den Folgen einer polarisierten Gesellschaft. Donald Trump muss nun unbedingt seine zweite Chance nutzen, denn davon hängt nun seine Glaubwürdigkeit ab. Die versprochene große Steuerreform muss verabschiedet werden. Aus wirtschaftlicher Sicht steht noch mehr auf dem Spiel als bei der Gesundheitsreform, und die Umsetzung wird mindestens genauso schwer.

Das Weiße Haus könnte versucht sein, dem Kongress diese Reform zusammen mit einem Gesetzespaket zur Erhöhung der Staatsausgaben vorzulegen. Auf diese Weise könnten einige Stimmen der Demokraten hinzukommen. Doch dieser Balanceakt wird riskant und komplex. Da die Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben ausbleiben und der Entwurf der berühmten „Border Adjustment Tax“ in der Kritik steht, muss vor der groß angekündigten Steuerreform zunächst ihre Finanzierung geklärt werden. Dann stellt sich erneut das Problem, dass nach einem Wahlkampf – bestehend aus hemmungslosen Versprechen – nun ein Kompromiss erzielt werden muss. Die langfristige Wertentwicklung des US-amerikanischen Aktienmarkts ist zu einem großen Teil der Qualität der großen Wachstumsunternehmen und dem innovationsfreundlichen Umfeld in den USA zu verdanken. Diese beiden Trümpfe würden weder von einer protektionistischen Politik noch von einer stärkeren Zerrüttung der Staatsfinanzen in irgendeiner Weise profitieren.

Die tiefgreifende Unzufriedenheit in Teilen der westlichen Demokratien zeigt, dass wirtschaftliche Folgen der Globalisierung unbedingt im Zaum gehalten werden muss. Aber in seiner Kritik des Freihandels irrt der Populismus, wenn er das globale Wachstum und den Handel der Länder untereinander als Nullsummenspiel ansieht, aus dem er durch Ausnutzung des Kräfteverhältnisses als Sieger hervorgeht. Die USA mögen zeitweise behaupten, sie seien überlegen. Doch gegenüber China dürfte sich ein solcher Ansatz allerdings schnell als vermessen herausstellen. Wie kann man übersehen, dass kein Land Europas durch Isolationismus gestärkt wird? Vor allem Frankreich braucht heute seine Partner im Ausland, die seine Exporte kaufen und sein Außenhandelsdefizit finanzieren. Es wäre eine besondere Ironie, wenn Europa ausgerechnet dann der Verlockung des Populismus verfallen würde, wenn sich der Konjunkturzyklus endlich wieder erholt und Deutschland und Frankreich kurz davor stehen, ihre Wirtschaftsleistungen zu einer unverzichtbaren Konvergenz zu vereinen. Anleger wären mehr denn je gut beraten, sich vor politischem Risiko zu hüten, um die zahlreichen Chancen zu nutzen, die sich auf lange Sicht ergeben.

Anlagestrategie

Aktien

Trotz der politischen Ungewissheit verzeichneten die Aktienmärkte im Monatsverlauf erneut kräftige Gewinne. Dies rechtfertigt ein Exposure knapp unter dem zulässigen Höchstwert. Europa tat sich im März besonders hervor, denn die wichtigsten Länder der Eurozone erzielten Anstiege zwischen +3% und +8%. Für europäische Aktien stellt die Aussicht auf eine synchrone weltweite wirtschaftliche Erholung angesichts ihrer internationalen Ausrichtung, ihrer Zyklizität und ihres nach wie vor vorhandenen Abschlags eine mächtige Stütze dar.

Wir haben unser Exposure in diesem Anlagebereich verstärkt, indem wir eine Position in dem Automobilhersteller Renault eingegangen sind, wobei der Einstieg vor dem Hintergrund übertriebener Sorgen um Strafen im Zusammenhang mit den Emissionstests bei Dieselmotoren günstig war. In dieser Hinsicht ist der französische Hersteller aufgrund seines geografischen Mix weit weniger gefährdet als sein Konkurrent Volkswagen, der in den USA sehr präsent ist. Wir haben unser Exposure im indischen Markt verstärkt, der angesichts des beschleunigten wirtschaftlichen Reformprozesses von Premierminister Narendra Modi zu den aussichtsreichsten Märkten überhaupt gehört, indem wir die IndusInd Bank in unsere globale Aktienstrategie aufgenommen haben. Die indische Privatbank IndusInd Bank verfügt über ein hervorragendes Wachstumspotenzial, während ihre staatlichen Konkurrenten durch ihre notleidenden Kredite belastet werden.

Anleihen

Unser Reflationsszenario konkretisierte sich im Berichtsmonat weiter, denn die EZB hob ihre Inflationserwartungen spürbar an, während die Fed die Normalisierung ihrer Geldpolitik fortsetzte, indem sie die Leitzinsen im März erneut um 25 Basispunkte anhob. Die Märkte zweifeln jedoch weiter an der Beständigkeit dieses Inflationsschubs; dies gilt insbesondere für die Eurozone, wo die erwartete langfristige Inflation (gemessen an der fünfjährigen Break-Even-Inflation in fünf Jahren) seit Februar gesunken ist.

Wir haben einen Teil unserer Gewinne taktisch abgesichert, indem wir unsere Verkaufspositionen auf deutsche und US-amerikanische Zinsen reduziert haben. Dennoch setzen wir vor dem Hintergrund der synchronen weltweiten Konjunkturerholung weiterhin auf eine nachhaltigere Inflation als erwartet. Unsere Kaufpositionen konzentrieren sich weiter auf Unternehmensanleihen aus dem Finanzsektor und Anleihen aus Schwellenländern wie Brasilien, Mexiko oder Russland. In diesen Ländern gaben die Zinsen im Monatsverlauf weiter nach, da sich die makroökonomischen Statistiken weiter verbesserten, was insbesondere zu einem deutlichen Inflationsrückgang in Brasilien und Russland führte.

Währungen

Der Euro war der große Gewinner im Monat März. Er legte gegenüber dem Dollar, dem Yen und dem Britischen Pfund deutlich zu. Die Anfang des Jahres durchgeführte Verstärkung unserer Allokation im Euro zahlte sich im Monatsverlauf demnach voll aus. Auch wenn das politische Umfeld in Europa in den kommenden Wochen für Volatilität sorgen könnte, dürfte die Bestätigung der Konjunkturerholung in Europa im Zusammenspiel mit der Rückkehr der internationalen Anleger an die europäischen Märkte die europäische Einheitswährung weiter stützen. Insofern ist eine hohe Allokation gerechtfertigt. Was unsere Risikomanagementinstrumente anbelangt, hielten wir an unseren Positionen im Schweizer Franken fest, trennten uns aber von unseren Verkaufspositionen auf den Yuan. Bei einem Besuch im Reich der Mitte konnten wir uns vor kurzem selbst davon überzeugen, dass die finanzielle Stabilisierung im Gange ist.

 

Quelle: AdvisorWorld.de

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Credit Suisse Asset Management bietet Investoren mit dem Credit Suisse (Lux) Multi-Trend Fund eine kosteneffiziente Alternative für ein Marktszenario mit steigenden Zinsen und hohen Aktienbewertungen. Der Trendfolge-Fonds strebt positive Erträge sowohl bei steigenden wie auch bei fallenden Aktien-, Anleihe-, Währungs- und Rohstoffmärkten an....

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